Abbott's Booby ABBOTT-TÖLPEL



Der Abbott-Tölpel (Papasula abbotti) ist stark bedroht. Noch im letzten Jahrhundert war diese Tierart im Indischen Ozean weit verbreitet, doch wurde sie durch Bejagung und Zerstörung ihres Bruthabitats fast vollständig ausgerottet. Heute kommt der Tölpel nur noch auf der Weihnachtsinsel vor. Dort wird seine Population auf nur noch 5000 Individuen geschätzt und der Bestand ist rückläufig: Seit 1970 hat die Population um fast 40% abgenommen. Der Tölpel ist deshalb auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten der IUCN als "gefährdet" eingestuft und ist eine "Alliance for Zero Extinction"-Tierart.

Die Gründe für die Populationsabnahme des Tölpels sind unbekannt. Da die Tiere und ihr Bruthabitat auf der Weihnachtsinsel streng geschützt sind, ist es wahrscheinlich, dass die Vögel in ihrem marinen Lebensraum akuten Bedrohungen ausgesetzt sind. Allerdings ist kaum etwas über das Verhalten der Tiere auf See, etwa über ihr Jagdverhalten oder ihre bevorzugten Beutetiere, bekannt und es gibt nicht genug Informationen, um Bedrohungen abschätzen und effektive Schutzmaßnahmen entwickeln zu können.

Diese wichtigen Daten werden im Seevogelprojekt gesammelt: z.B. werden Altvögeln mit mikroelektronischen Datenlogger und Satellitensendern ausgerüstet, um über ihre Jagdgebiete und Wanderbewegungen Aufschluss zu erhalten. Auch bei Jungtieren werden mit Satellitensender eingesetzt, um festzustellen, in welche Meeresgebiete sie fliegen, wenn sie Nest und Insel verlassen, und welchen Gefahren sie dort ausgesetzt sind. Durch regelmäßige Nestkontrollen und Beringung werden die Populationsdynamik und der Reproduktionserfolg der Tiere erforscht. Auf der Grundlage dieser Informationen können dann erfolgreiche Schutzbestrebungen auf den Weg gebracht werden.